Aktuelle migration

Anzahl Waldrappe

30

Tag der Migration

KM bis Spanien

2600
km

Menschengeführte Migration 2026 

 

Auch 2026 wird wieder eine Gruppe von Waldrappen von zwei menschlichen Zieheltern aufgezogen und im Rahmen einer menschengeführten Migration in ein Wintergebiet in Spanien begleitet. Die Küken stammen aus der Kolonie des Tierparks Rosegg und werden von ihren Zieheltern unter Ausschluss anderer menschlicher Kontakte zunächst in Rosegg und später in einem speziell geeigneten Trainingscamp großgezogen.  Im Trainingscamp lernen sie, einem Ultraleichtflugzeug zu folgen, in dem jeweils einer der Zieheltern an Bord ist. Anschließend brechen sie gemeinsam mit einem Boden-Team, das die Migration logistisch begleitet und unterstützt, auf in den Süden. Im Wintergebiet in Spanien angekommen, werden die Vögel nach einer Eingewöhnungsphase ausgewildert und werden Teil der migrierenden Population. 

 

 

Warum Spanien?

Die globale Klimaerwärmung wird auch für die Waldrappe zur Herausforderung. Die Vögel der Kolonien des nördlichen Alpenvorlandes haben zunehmend Probleme im Herbst die Barriere der Alpen zu überfliegen. Ein neuer Migrationskorridor nach Andalusien soll ihnen ermöglichen, ein geeignetes Wintergebiet zu erreichen, ohne durch die Barriere der Alpen daran gehindert zu werden. 

Hier geht es zu den aktuellsten Bildern und Informationen:

Aktuelle Infos zur menschengeführten Migration 2026:

 

 Update 01.09.2026: ***Start aus Besançon: 02.09.2026, 08:00***

Hinweis: Bitte lassen Sie bei einem Campbesuch Ihre Hunde zu Hause und vermeiden Sie das Tragen gelber Kleidung.

Kontakt:  info@waldrappteam.at


NEXT STOP: 3. Lons-le-Saunier (FR)

 Ziel: Lons-le-Saunier

Flugzeit: 02:00 h

Flugdistanz: 81 km

Zeitplan für die menschengeführte Migration 2026

KW 15 - 16

Entnahme von rund 32 Küken aus der Kolonie des Tierpark Rosegg (Kärnten),

KW 15 - 20

Handaufzucht der Küken in Rosegg (Kärnten).

KW 20 - 33

Übersiedelung ins Trainingscamp  in Binningen (Hilzingen): Gewöhnung an das Fluggerät und schrittweises Training der Jungvögel, bis schließlich richtige Trainingsflüge durchgeführt werden können.

Im Juni und Juli wird es die Möglichkeit geben, das Camp zu festgelegten Zeiten zu besuchen, die jungen Waldrappe aus der Ferne zu beobachten und sich über das Projekt zu informieren.

Beuschszeiten: ab 05.Juni 2026 

Freitag bis Sonntag jeweils 15:00-17:00

Hinweis: Bitte lassen Sie bei einem Campbesuch Ihre Hunde zu Hause und vermeiden Sie das Tragen gelber Kleidung.

 

Update: Die Besuchszeiten im Trainingscamp der Saison 2026 sind mit dem 2.August beendet.

 

Kontakt: info@waldrappteam.at 

KW 33 - 40

Migration durch Deutschland, Frankreich und Spanien: 

Zielort: Andalusien (ES)

KW 50

Auswilderung der jungen Waldrappe in Andalusien (ES).

Tagebuch menschengeführte Migration 2026

28. August 2026

In der vergangenen Nacht zogen schwere Unwetter über das Gebiet von Besançon hinweg. Eines davon traf uns mit viel Wucht, während die weiteren Gewitter, die noch bis in die frühen Morgenstunden aufzogen, uns glücklicherweise nur streiften und weitgehend verschonten.
 
Zum Glück konnten wir das Camp rechtzeitig in den Hangar auf dem Flugplatz evakuieren. Die Vögel blieben sicher in der Voliere, die so konstruiert ist, dass sie auch sehr starken Winden standhält. 
Wir sind erleichtert und dankbar, dass alle Vögel und Menschen hier sicher und wohlauf sind.
 
Leider soll der starke Wind mindestens bis morgen anhalten und hindert uns daher vorerst daran, unsere Reise von Besançon aus fortzusetzen. 
 
📸 B.Steininger

27. August 2026

Nachdem sich der Nebel gelichtet hatte, konnten wir gestern Morgen unsere zweite Flugetappe von Hütten-Hotzenwald nach Besançon absolvieren. Ein langer und anspruchsvoller Flug führte das Flugteam nach Frankreich: 4:33 Stunden Flugzeit und 203 km.
 
Die Vogelgruppe flog zuverlässig, zeigte aber zwischendurch immer wieder ihre Vorliebe für thermisches Kreisen und Gleitflüge – eine Herausforderung für Ziehmutter Fabienne im Fluggerät, alle ihre Schützlinge im Blick zu behalten.
Schon kurz nach dem Start in Hütten-Hotzenwald lösten sich sieben Vögel von der Gruppe und kehrten um. Sie trafen nach und nach an unserem bereits abgebauten Campstandort ein.
Dort wurden sie bereits von Ziehmutter Eszter erwartet. Es ist nicht das erste Mal, dass Vögel ohne ersichtlichen Grund umkehren, und wir sind mittlerweile gut auf solche Fälle vorbereitet.
Trotzdem ließ sich einer der Jungvögel reichlich Zeit, zur Gruppe zurückzukehren, sodass der Transport mit den sieben abgängigen Vögel erst kurz vor Mitternacht schließlich in Frankreich eintraf. 
 
Nun sind aber wieder alle vereint und harren guter Dinge in Besançon auf gutes Flugwetter, um die Reise fortzusetzen. 

📸 B. Steininger

23. August 2026

Fast eine Woche haben uns Regen und Wind nun abwechselnd am Boden gehalten. Aber migrations-erfahrene Teammitglieder wissen: Geduld ist hier die wichtigste Tugend.

Und das Warten hat sich gelohnt – wir sind gelandet! Dieses Mal an unserem Etappenziel, dem Flugplatz Hütten-Hotzenwald. Und zwar nach einem sensationell schnellen Flug: mit einer Flugzeit von 1:09 Stunden, einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 61 km/h und einer Spitzengeschwindigkeit von 75 km/h.

Das alles dank des unterstützenden Windes, auf den wir nun fast eine Woche gewartet haben. Alle dreißig Vögel haben ihre erste Migrationsetappe mit Bravour gemeistert.

Bereits morgen wollen wir weiter nach Frankreich. Dabei gilt es, eine wesentlich längere Strecke zu meistern: Nach Besançon sind es morgen ganze 170 km.

Aber nach diesem vielversprechenden Migrationsstart sind wir zuversichtlich, dass auch das für Team und Vögel kein Problem darstellen wird.

📸 B. Steininger

19. August 2026

Nach zwei Tagen, an denen aufgrund der Wetterlage keine Chance auf einen Abflug bestand, bot sich uns heute Morgen ein kleines Zeitfenster. Da auch für die nächsten Tage eine eher unsichere Wetterlage vorhergesagt ist, entschieden wir uns, den Versuch zu wagen und möglichst früh zu starten.

Kurz schien alles perfekt: Wir starteten um 07:00 Uhr. Die Vögel folgten dem Fluggerät sofort, und auch zu Beginn waren die Flugbedingungen gut. Allerdings galt es, einen kleinen Pass zu überqueren, und das Flugteam bekam zunehmend mit Gegenwind zu kämpfen. Nach etwa 10 km, kurz vor dem Pass, wurden wir dadurch auf eine Geschwindigkeit von nur noch etwa 10 km/h über Grund abgebremst. Das war bereits kritisch – und so war es an der Zeit, nach Binningen zurückzukehren.

Auf dem Rückweg hatten wir nun Rückenwind, der uns auf maximal 83 km/h beschleunigte.

Diese Situation kam nicht völlig unerwartet, da bereits Wind vorhergesagt war. Aufgrund der Prognose war es jedoch einen Versuch wert.

Der nächste Start wird voraussichtlich am Samstag erfolgen, da für morgen noch stärkerer Wind vorhergesagt ist und es am Freitag höchstwahrscheinlich regnen wird. Die aktuelle Flugwahrscheinlichkeit liegt daher für morgen, Donnerstag, bei 0 %, für Freitag bei 20 % und für Samstag bei 70 %.

📷B.Steininger 

17. August 2026

Die Vögel sind bereit, das gesamte Team ist versammelt und das Camp steht bereit für den Aufbruch. Und dann kommt ausgerechnet an dem Tag, an dem wir unseren Start geplant hatten, zum ersten Mal seit Wochen Regen.

Gestern haben wir nach einem genauen Blick auf die Wettervorhersage unseren für Montag, den 17. August, geplanten Migrationsstart verschoben. Manche Dinge lassen sich auch mit den besten Vorbereitungen einfach nicht beeinflussen.

Aber unsere Stimmung ist weiterhin bestens und das Migrationsfieber hat gerade erst begonnen! Das Team nutzt die zusätzliche Zeit, um sich gegenseitig kennenzulernen, sich mit den Abläufen vertraut zu machen und letzte Vorbereitungen zu treffen.

Wir beobachten die Wettervorhersage für morgen weiterhin genau und hoffen, dann endlich starten zu können. Nach aktuellem Stand liegen die Chancen für einen Migrationsstart bei etwa 80 %.

📷P.Wimmer

10. August 2026

Wir sind startklar!

Die letzten Trainingsflüge mit unseren 30 Waldrappen haben gezeigt: Die Vögel sind migrationsbereit! Sie fliegen zuverlässig neben ihrer Ziehmutter durch die Luft und haben keinerlei Scheu vor dem Fluggerät. Für unser Team bedeutet das: Es kann losgehen!

Wir planen, am 17. August von Binningen aus aufzubrechen. Die erste Etappe führt uns rund 70 Kilometer nach Hütten Hotzenwald. Damit ist dies zugleich die einzige Etappe in Deutschland. Beim nächsten Flug führt die Route dann bereits weiter nach Frankreich.

Auch in diesem Jahr wird das Flugteam von einem hoch motivierten und für alle Eventualitäten bestens ausgerüsteten Bodenteam begleitet. Wir freuen uns und starten voller Motivation in die letzte Woche vor dem Abflug.

📷 E. Bajka 

3. August 2026

 

Den heutigen Beitrag im Tagebuch haben unsere Praktikantinnen Naira, Madeleine, Bori und Amelie verfasst. Sie machen im Rahmen unseres Projektes ein von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gefördertes vierwöchiges Praktikum.

Seit zwei Wochen sind wir Praktikantinnen Teil des Teams und unterstützen das Projekt. Uns alle verbindet ein gemeinsames Ziel: die Migration der Waldrappe nach Spanien erfolgreich abzuschließen.

Dabei spielen natürlich die Ziehmütter als wichtigste Bindungspersonen der Vögel, der Pilot und Gründer des Projekts als Leiter sowie die Sponsoren als finanzielle Unterstützung eine unverzichtbare Rolle. Damit diese wichtige Arbeit jedoch überhaupt möglich ist, braucht es auch viele helfende Hände.Genau hier kommen wir – Naira Gruber, Madeleine Cashen, Bori Nagy-Pataky und Amelie Titelbach – ins Spiel. Wir vier übernehmen einen Teil der Arbeit, die zwar im Hintergrund stattfindet, aber für den reibungslosen Ablauf unverzichtbar ist.

Zu unseren Aufgaben gehört zunächst die Vorbereitung des Futters für die Tiere. Dazu zählen das Mischen des Fleisches sowie das Putzen und Füttern der Mehlwürmer. Außerdem kümmern wir uns um die Versorgung des Camps: Wir kochen, übernehmen verschiedenste Reinigungsarbeiten und erleichtern den Alltag, sodass sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bestmöglich auf das Projekt konzentrieren können.

Darüber hinaus unterstützen wir auch das Training – sei es am Flugplatz, wo wir den Flugverkehr im Auge behalten, oder im Escort-Car, von dem aus wir während der Verfolgung des Flugzeugs den schnellsten Weg finden. Auch die Digitalisierung der während des gesamten Prozesses gesammelten Daten gehört zu unseren Aufgaben.

Es ist echt brutal, wie viel wir in diesen wenigen Tagen schon gelernt haben. Nicht nur über die Wissenschaft und die Arbeit, die hinter einem wichtigen Naturschutzprojekt stecken, sondern auch über das Leben auf einem Campingplatz.

All das könnten wir jedoch ohne unsere Campleiterin Amelie Muntschick nicht schaffen. Sie sorgt dafür, dass hier alles reibungslos funktioniert, hat immer den Überblick und unterstützt uns, wo sie nur kann. In so kurzer Zeit sind wir bereits zu einer engen Gemeinschaft zusammengewachsen – und genau das macht die Arbeit hier zu etwas ganz Besonderem.

30.Juli 2026

Das Flugtraining  ist inzwischen weit fortgeschritten, mittlerweile werden Distanzen von mehr als 20 Kilometern absolviert. Die Vögel folgen dem Fluggerät zuverlässig und fliegen immer häufiger in dessen unmittelbarer Nähe. Zudem zeigen sie erste Ansätze eines Formationsflugs und nutzen bei geeigneten Bedingungen die Thermik zunehmend effizient.
In den kommenden beiden Tagen sind weitere Trainingsflüge zu verschiedenen Flugplätzen in der Umgebung vorgesehen. Dabei gilt es insbesondere, die Koordination zwischen dem Flugteam und den Vögeln weiter zu verbessern sowie den Tieren zusätzliche Erfahrungen mit unterschiedlichen Flugbedingungen und Flugtechniken zu ermöglichen.

Ein kleiner Wehmutstropfen angesichts der erfreulichen Trainingserfolge war der Beinbruch eines Jungvogels während eines Trainingsflugs. Zum Glück konnte der verletzte Vogel rasch versorgt werden. Der Patient befindet sich derzeit in der Obhut einer Projektmitarbeiterin und soll nach seiner vollständigen Genesung ausgewildert werden. Für das Flugtraining und damit auch für die menschengeführte Migration fällt er jedoch leider aus.

Das Trainingscamp am Flugplatz Binningen kann noch bis einschließlich 2. August während der Besuchszeiten von Freitag bis Sonntag jeweils von 15:00 bis 17:00 Uhr besucht werden.
 

📷  A. Schmalstieg

23.Juli 2026

Auch die Öffentlichkeitsarbeit ist ein wichtiger Bestandteil unseres Projekts und der Handaufzucht. Überall dort, wo wir unser Handaufzuchtscamp errichten, ist es uns ein Anliegen, die Menschen vor Ort in das Projekt einzubeziehen und über die Wiederansiedlung des Waldrapps zu informieren.

Da das öffentliche Interesse in der Region zu unserer großen Freude sehr groß ist, hat sich unsere Campleiterin Amelie Muntschick bereit erklärt, im Rahmen eines Vortrags im Impulshaus Engen über die Handaufzucht 2026 zu berichten. Rund 50 Interessierte waren der Einladung gefolgt. Nach einer anschaulichen Präsentation von Amelie wurden die zahlreichen Fragen des Publikums mit Unterstützung von Anne-Gabriela Schmalstieg und Rudi Beck ausführlich beantwortet.

Wir freuen uns sehr über das große Interesse an unserem Projekt, das sich auch in den hohen Besuchszahlen im Camp widerspiegelt. Das Handaufzuchtscamp kann noch bis einschließlich des kommenden Wochenendes (31.07.–02.08.) während der Besuchszeiten besichtigt werden. Nähere Informationen zu den Besuchszeiten finden Sie am Anfang dieser Seite.

📷  A. Schmalstieg

02.Juli 2026

Seit dem ersten Freiflug ist im Trainingscamp am Flugplatz Binningen/Hilzingen einiges passiert. Mehrmals pro Woche wird mit den Jungvögeln geübt, damit sie sich Schritt für Schritt an das Ultraleichtflugzeug gewöhnen und lernen, ihm sicher zu folgen.

Nachdem die beiden Ziehmütter Eszter und Fabienne ihren Schützlingen das Fluggerät und dessen großen Schirm zunächst am Boden vertraut gemacht hatten, stehen inzwischen die nächsten Trainingsschritte auf dem Programm: Heute absolvierte das Team die erste Außenlandung außerhalb des Flugplatzgeländes. Sowohl die Ziehmütter als auch die jungen Waldrappen meistern die neuen Herausforderungen mit viel Engagement und Motivation.

Alle Übungsschritte  folgen einem für dieses Jahr überarbeiteten Trainingskonzept. Das Ziel ist klar:  Bis zum Start der menschengeführten Migration Mitte August sollen die Jungvögel so weit trainiert sein, dass sie ihrer Ziehmutter im Ultraleichtflugzeug zuverlässig in der Luft Luft folgen.

📷  J.Fritz

15.Juni 2026

Heute stand in Binningen der erste Freiflug der jungen Waldrappe auf dem Programm. Dieser Moment ist jedes Jahr etwas ganz Besonderes: Zum ersten Mal öffnen die Zieheltern die Tore der Voliere, und die Jungvögel wagen ihre ersten Flügelschläge unter freiem Himmel. Dabei erkunden sie nicht nur die Umgebung des Camps, sondern sammeln auch ihre ersten Erfahrungen.

Dieser Tag zeigt, ob sich die intensive Arbeit der Zieheltern Früchte und die Jungvögel gut auf sie geprägt sind. Nur wenn dieses Vertrauensverhältnis besteht, kehren die jungen Waldrappe nach ihren ersten Ausflügen zuverlässig zu ihren menschlichen Zieheltern zurück.

Für die jungen Flugkünstler gibt es an diesem Tag allerdings noch viel zu lernen. Sie müssen sich erstmals im Luftraum orientieren, sichere Landungen meistern und den Weg zurück in die vertraute Umgebung des Camps finden. Deshalb kommt es immer wieder vor, dass einzelne Vögel längere Erkundungsflüge unternehmen oder nicht sofort den Heimweg finden.

So zog die Vogelgruppe diesen Jahres am Vormittag des 15. Juni begeistert ihre ersten Kreise am strahlend blauen Himmel. Das Flugbild der Gruppe  wirkt beim ersten Flug dabei noch etwas ungeordnet und chaotisch – mit zunehmender Flugerfahrung werden die Bewegungen der Gruppe jedoch schon bald deutlich harmonischer und eleganter werden.

Das Wichtigste an diesem Tag war jedoch: Der Großteil der Jungvögel kehrte vorbildlich zu ihren Ziehmüttern Eszter und Fabienne zurück. Drei ihrer Schützlinge entschieden sich zunächst für ein kleines Abenteuer. Zwei von ihnen fanden jedoch bereits am selben Abend wieder ins Camp zurück, und auch der dritte Abgängige kehrte am folgenden Tag unversehrt zurück, wo er bereits sehnsüchtig erwartet wurde.

Nach diesem erfolgreichen ersten Freiflug können nun die nächsten Trainingsschritte beginnen. Schritt für Schritt werden die jungen Waldrappe an das Fluggerät und alle Abläufe des gemeinsamen Fliegens herangeführt und auf ihre große Reise vorbereitet.

📷  J.Fritz

19.Mai 2026

Nach einer nassen und frostigen ersten Woche im Camp zeigt sich inzwischen immer öfter die Sonne über unserem Camp am Flugplatz Binningen. Menschen und Vögel scheinen sich bereits gut eingelebt zu haben: Während das Camp fertig eingerichtet und die Feldküche eingeweiht wird, sind bereits die ersten fünf Vögel flügge geworden.

 

Nacheinander wagten sie ihre ersten Flügelschläge vom Zugang des Aufzuchtswagens hinaus in die Voliere – beobachtet von ihren jüngeren Geschwistern mit sichtbar neugierigen und vielleicht auch etwas neidischen Blicken. Im Laufe der kommenden Woche werden nach und nach alle jungen Waldrappe den Sprung in die Voliere wagen.Damit verlagert sich das Leben der Vögel und ihrer Ziehmütter zunehmend nach draußen: raus aus dem Aufzuchtswagen, hinein in die saftig grüne Wiese und unter einen hoffentlich bald dauerhaft blauen Himmel.

📷  Das Foto zeigt Kobold bei seinem ersten Ausflug in die Voliere. Nicht nur die beiden Ziehmütter, sondern auch Kobold selbst scheint sichtlich stolz auf seine Leistung zu sein.

14.Mai 2026

Mit großer Neugier darauf, ihre Flügel auszuprobieren, sind die jungen Waldrappe nun bereit, das Nest und damit auch den Handaufzuchtcontainer in Rosegg zu verlassen. Wir haben die Zeit in Rosegg sehr genossen und möchten uns beim Tierpark Rosegg herzlich für die Unterstützung und Hilfe in den vergangenen Wochen bedanken.
 
Das Trainingscamp befindet sich immer in der Nähe einer Brutkolonie, denn dorthin werden die Vögel später aus ihrem Überwinterungsgebiet zurückkehren, sobald sie geschlechtsreif sind. In diesem Jahr liegt das Camp am Bodensee, damit die Vögel der HLM 2026 später in die Kolonie Überlingen integriert werden können.
 
Ursprünglich hatten wir geplant, das Camp am Flugplatz Riedlingen einzurichten. Aufgrund räumlicher Schwierigkeiten mussten wir diese Pläne jedoch buchstäblich in letzter Minute absagen. Umso dankbarer sind wir, dass uns der Flugplatz Binningen, wo bereits die Handaufzucht 2023 zu Gast waren, auch heuer wieder aufgenommen hat. 
 
Nachdem ein Teil des Teams gemeinsam mit Helferinnen und Helfern das Camp in kürzester Zeit in Binningen aufgebaut hatte, konnten die Vögel am Donnerstagnachmittag dorthin übersiedelt werden. Nach einer langen Fahrt kamen sie nachts sicher in Binningen an und bezogen ihren brandneuen Handaufzuchtanhänger.
Alle jungen Waldrappe haben die Reise gut überstanden und erkunden bereits neugierig ihr neues Zuhause, besonders den Ausgang in die Voliere. In wenigen Tagen werden sich die ersten Vögel an den Sprung ins Unbekannte wagen und in die Voliere hinausfliegen.
 

📷 B.Steininger

06.Mai 2026

Kaum zu glauben, aber unsere Zeit im Tierpark Rosegg neigt sich schon dem Ende zu.

Der Großteil unserer Kükengruppe bringt inzwischen über ein Kilo auf die Waage. Im Aufzuchtscontainer ist ordentlich Leben: Die Küken laufen eifrig zwischen den Nestern hin und her, und die Größeren testen fleißig ihre inzwischen gut befiederten Flügel. Ein klares Zeichen dafür, dass der Container bald zu klein für unsere Rasselbande wird.

Anfang kommender Woche ziehen wir deshalb in unser Trainingscamp in Süddeutschland um. Dort erwartet die Waldrappe ein brandneuer Aufzuchtswagen mit angeschlossener, geräumiger Voliere. Sobald sie etwa 40 Tage alt sind, können sie dort ihre ersten richtigen Flügelschläge wagen.

Die Ziehmütter und das restliche Team werden bis August im Feldcamp leben und arbeiten. Wir freuen uns sehr auf diesen neuen Abschnitt der Aufzuchtsaison , auch wenn wir unsere Unterstützer*innen hier in Rosegg und die Berge ganz bestimmt vermissen werden.

📷 E. Bajka 

20.April 2026

Unsere Familie ist komplett!

Nach der vierten und letzten Kükenentnahme sitzen nun 32 Waldrappküken in acht Nestern im Aufzuchtscontainer in Rosegg. Die beiden Ziehmütter sind rund um die Uhr damit beschäftigt, die Vogelschar zu füttern, zu versorgen und bei Laune zu halten.

Der Altersunterschied zwischen den jüngsten und ältesten Küken beträgt maximal 14 Tage. Derzeit sind die Entwicklungsunterschiede noch sehr deutlich: Unser ältestes Küken ist mittlerweile 20 Tage alt. Die größeren aus der Gruppe haben bereits damit begonnen, zwischen den Nestern hin und her zu klettern.

Eine wuselnde Waldrapp-Bande, die ihre derzeitige Hauptaufgabe großartig meistert: fressen, wachsen und gedeihen.

📷 E. Bajka 

14.April 2026

Unsere Vogelgruppe wächst und gedeiht! Inzwischen haben die beiden Ziehmütter 22 Schnäbel zu stopfen und einige werden noch dazukommen.

Die Küken für die Handaufzucht übernehmen wir im Alter von drei bis acht Tagen. Gerade in den ersten Wochen nach dem Schlüpfen wachsen die Waldrappe rasant und nehmen kontinuierlich an Gewicht zu. Im Container verbringen die Küken ihre Tage in einem Rhythmus aus Fressen, Schlafen und Kuscheln mit ihren Zieheltern.

📷 E. Bajka 

08.April 2026

Nach viel Planung und eifrigen Vorbereitungen ist es nun endlich so weit: Die Handaufzucht 2026 kann starten!

Für Fabienne und Eszter ist es die erste Saison in der Rolle als Ziehmütter, entsprechend groß ist die Aufregung, als sechs Küken aus der Kolonie im Tierpark Rosegg in ihre Obhut übergeben werden. Anfangs noch unterstützt von Barbara, einer ehemaligen Ziehmutter, lernen sie jedoch schnell, ihre Küken richtig zu umsorgen.

Zum Team der Handaufzucht 2026 gehören außerdem Amelie, die das Campmanagement und gewissermaßen die Versorgung der Ziehmütter übernimmt, sowie Yun, eine chinesische PhD-Studentin, die in dieser Saison Daten sammeln und das Kernteam unterstützen wird.

Ein starkes, motiviertes Team, das voller Motivation und Vorfreude in dieses Abenteuer startet.

📷 M. Sackl