Aktuelle migration

Anzahl Waldrappe

15

Tage der Migration

40

KM bis Spanien

0
km

Menschengeführte Migration 2026 

 

Auch 2026 wird wieder eine Gruppe von Waldrappen von zwei menschlichen Zieheltern aufgezogen und im Rahmen einer menschengeführten Migration in ein Wintergebiet in Spanien begleitet. Die Küken stammen aus der Kolonie des Tierparks Rosegg und werden von ihren Zieheltern unter Ausschluss anderer menschlicher Kontakte zunächst in Rosegg und später in einem speziell geeigneten Trainingscamp großgezogen.  Im Trainingscamp lernen sie, einem Ultraleichtflugzeug zu folgen, in dem jeweils einer der Zieheltern an Bord ist. Anschließend brechen sie gemeinsam mit einem Boden-Team, das die Migration logistisch begleitet und unterstützt, auf in den Süden. Im Wintergebiet in Spanien angekommen, werden die Vögel nach einer Eingewöhnungsphase ausgewildert und werden Teil der migrierenden Population. 

 

 

Warum Spanien?

Die globale Klimaerwärmung wird auch für die Waldrappe zur Herausforderung. Die Vögel der Kolonien des nördlichen Alpenvorlandes haben zunehmend Probleme im Herbst die Barriere der Alpen zu überfliegen. Ein neuer Migrationskorridor nach Andalusien soll ihnen ermöglichen, ein geeignetes Wintergebiet zu erreichen, ohne durch die Barriere der Alpen daran gehindert zu werden. 

Hier geht es zu den aktuellsten Bildern und Informationen:

Aktuelle Infos zur menschengeführten Migration 2026:

 Die menschengeführte Migration 2026 ist abgeschlossen!

30 junge Waldrappe haben durch das Folgen des Fluggeräts die Zugroute in ihr Wintergebiet erlernt.
Anstrengende, aber auch sehr schöne eineinhalb Monate liegen hinter uns. Neben den liebevollen Ziehmüttern Fabienne und Eszter sowie unserem Piloten und Projektleiter Johannes hätte dieses Unterfangen ohne unser großartiges Team nicht in dieser Form gelingen können. Jedes einzelne Mitglied unseres internationalen und teilweise wechselnden Teams hat einen unverzichtbaren Beitrag dazu geleistet, den Waldrappen diese Reise zu ermöglichen.
 
Wir möchten uns außerdem bei allen anderen bedanken, die uns während dieser gesamten Saison unterstützt haben: angefangen beim Tierpark Rosegg, der uns nicht nur unsere geliebte Vogelgruppe anvertraut, sondern uns wie immer auch in der ersten Phase der Handaufzucht tatkräftig unterstützt hat.
Weiter ging es ins Trainingscamp nach Binningen, wo uns der Flugplatz mit seinen Piloten sowie zahlreiche Anrainer*innen ein weiteres Mal herzlich aufgenommen hat und wo uns die Menschen immer wieder helfend zur Seite gestanden haben.
Auch die menschengeführte Migration wäre ohne unsere zahlreichen Freund*innen und Partner*innen entlang der Strecke nicht möglich gewesen. Wir bedanken uns bei allen Flugplätzen für die Gastfreundschaft, die wir erfahren durften, bei unserem Partnerprojekt, der Fundació Alive, und beim BIOPARC Valencia, der uns gemeinsam mit der CEU Cardenal Herrera University stets hilfreich zur Seite stand und uns Teammitglieder vermittelt hat, die wir in unseren Reihen nicht missen möchten.
Nachdem wir es im vergangenen Jahr nicht nach Andalusien geschafft hatten, war auch das Wiedersehen mit unseren Partnern von Proyecto Eremita, einem Projekt des Zoos Jerez und der Junta de Andalucía, eine große Freude.
Es ist gar nicht möglich, alle aufzuzählen, die diese Migration zu einem Erfolg gemacht haben. Wir danken euch allen von Herzen für die Unterstützung und Anteilnahme und freuen uns schon auf ein Wiedersehen mit vielen von euch auf unserer Reise im nächsten Jahr!
 
Bis dahin genießen unsere diesjährigen 30 Jungvögel bereits ihr Leben unter der spanischen Sonne, bis es für sie Zeit ist, in ihr Brutgebiet am Bodensee zurückzukehren.

Zeitplan für die menschengeführte Migration 2026

KW 15 - 16

Entnahme von rund 32 Küken aus der Kolonie des Tierpark Rosegg (Kärnten),

KW 15 - 20

Handaufzucht der Küken in Rosegg (Kärnten).

KW 20 - 33

Übersiedelung ins Trainingscamp  in Binningen (Hilzingen): Gewöhnung an das Fluggerät und schrittweises Training der Jungvögel, bis schließlich richtige Trainingsflüge durchgeführt werden können.

Im Juni und Juli wird es die Möglichkeit geben, das Camp zu festgelegten Zeiten zu besuchen, die jungen Waldrappe aus der Ferne zu beobachten und sich über das Projekt zu informieren.

Beuschszeiten: ab 05.Juni 2026 

Freitag bis Sonntag jeweils 15:00-17:00

Hinweis: Bitte lassen Sie bei einem Campbesuch Ihre Hunde zu Hause und vermeiden Sie das Tragen gelber Kleidung.

 

Update: Die Besuchszeiten im Trainingscamp der Saison 2026 sind mit dem 2.August beendet.

 

Kontakt: info@waldrappteam.at 

KW 33 - 40

Migration durch Deutschland, Frankreich und Spanien: 

Zielort: Andalusien (ES)

KW 50

Auswilderung der jungen Waldrappe in Andalusien (ES).

Tagebuch menschengeführte Migration 2026

02.Oktober 2026

 
Wir haben es geschafft: Unsere 15 Waldrappe sind in ihrem Wintergebiet angekommen!
 
Nachdem wir die letzten Tage noch die für dieses Gebiet sehr untypisch windstillen Bedingungen genutzt haben, um mit den Vögeln Rundflüge in der Region zu machen und ihnen ihr zukünftiges Verbreitungsgebiet schon vor der Auswilderung möglichst nahe zu bringen, sind die Jungvögel nun endlich in ihrer Auswilderungsvoliere angekommen, in der sie bis zur Freilassung bleiben. Durch die guten Wetterbedingungen mussten sie in diesem Jahr hier wirklich nur die allerletzten paar Kilometer im Auto zurücklegen und konnten mit uns gestern sogar noch einen Flug bis an den Atlantik machen.
 
Nicht nur für unsere Vögel, sondern auch für das Team geht damit eine abenteuerliche Reise zu Ende: Über 2.500 Kilometer haben wir seit unserem Start am 23. August zurückgelegt.
 
Der andere Teil unserer Vogelgruppe hat sein Ziel bereits früher, am 13. September, erreicht und ist seitdem in der Obhut unserer Partner der Alive Foundation. Der zweite Teil der Gruppe hat mit uns noch ganz Spanien durchquert und ist nun auch endlich am Ziel angekommen.
Im Gebiet der Waldrapp-Kolonie von Proyecto Eremita werden sie im Winter ausgewildert und verbleiben dort bis zu ihrer Rückkehr ins Brutgebiet zur Geschlechtsreife im dritten Lebensjahr.
 
Und sowohl Menschen als auch Waldrappe wurden heute hier in Vejer de la Frontera gebührend empfangen: Vertreter*innen des Zoo Jerez und der andalusischen Regierung, Bürgermeister*innen der umliegenden Gemeinden und weitere Angehörige sind extra gekommen, um uns Ankömmlinge willkommen zu heißen.
Wir fühlen uns geehrt durch die persönliche Begrüßung und die netten Worte der Ministerin für Nachhaltigkeit und Umwelt, Adolfina Martínez Guirado, und freuen uns sehr über die große Anteilnahme an unserer Ankunft.
Wir möchten uns auch noch ausdrücklich und herzlich bei allen Menschen bedanken, die über die letzten Wochen mit uns mitgefiebert, uns unterstützt oder uns durch nette Worte in unserem Durchhaltevermögen bestärkt haben.
 
Für uns ist die Ankunft hier wie ein Nach-Hause-Kommen – und es ist wunderbar zu wissen, dass unsere spanische Waldrapp-Gemeinschaft uns hier so unterstützt.
 
📸 R.Beck

30.September 2026

Mit dem Flug am Sonntag sind wir unserem Ziel, dem Wintergebiet bei Vejer de la Frontera, so nahe gekommen, wie es unter den hiesigen Windbedingungen vielleicht überhaupt möglich ist.

Bevor wir die 15 Waldrappe endgültig an ihren Zielort bringen, nutzen wir die verbleibende Zeit für weitere Orientierungsflüge. Da wir die Vögel ein Stück mit dem Auto zu ihrem jetzigen Campstandort nahe Medina Sidonia transportieren mussten, der nicht mehr weit vom späteren Auswilderungsort entfernt liegt, sollen die Flüge in diesem Gebiet den Vögeln zusätzliche Orientierung bieten.

Deshalb startete das Fluggerät heute mit den 15 Vögeln zu einem Rundflug in Richtung Norden. Der Flug war erneut ein großer Erfolg: Die Motivation der Vögel scheint ungebrochen. Ohne zu kreisen und in einem stetigen Formationsflug führte der Orientierungsflug die Gruppe bis über Villamartín hinaus und anschließend zurück nach Medina Sidonia.

Bevor wir diese Migration abschließen, würden wir gerne noch einen weiteren Flug in Richtung Süden unternehmen. Die dafür geeigneten Wetterbedingungen prüfen wir derzeit.

 
📸 B.Steininger

27.September 2026

Die heutige Flug-Etappe brachte uns weitere 117 Kilometer dem Ziel entgegen. Zu unserer großen Freude zeigten unsere 15 Waldrappe, wie schon beim letzten Flug, eine große Zugmotivation und folgten dem Fluggerät zuverlässig und ohne ein einziges Mal zu kreisen, bis dieses aufgrund des zunehmenden Windes zur Landung gezwungen war.
Ein Flug steht uns nun noch bevor. Für diesen gilt es jetzt, ein günstiges Wetterfenster abzuwarten. Ein Flug direkt ins Wintergebiet nahe Vejer de la Frontera ist aufgrund der dortigen Windverhältnisse, wie schon 2023 und 2024, nicht möglich.
Die Vögel werden also nach dem letzten regionalen Flug zur Auswilderungsvoliere transferiert. Da wir uns bereits in ihrem zukünftigen Verbreitungsgebiet befinden, werden sie sich nach ihrer Freilassung hier bestens zurechtfinden.
 
📸 J.Fritz

25.September 2026

 
Heute haben es uns die Waldrappe wieder einmal bewiesen, was sie draufhaben: Nachdem ihre Flugmotivation bei den letzten Flügen eher auf einem Tiefstand war, scheinen sie sie nun wiedergefunden zu haben – und wie!
Gleich nach dem Start folgten alle 15 Vögel zuverlässig ihrer Ziehmutter Eszter und wichen dem Fluggerät danach über die gesamten 89 Kilometer keine Sekunde von der Seite. 
 
Ohne ein einziges Mal zu kreisen, erreichte das Flugteam nach 1:59 Stunden Flugzeit mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 87 km/h das Etappenziel Las Infantas.
Ein großartiger Flug! Wir sind nun fast an unserem Ziel angekommen und die Freude über diesen gelungenen Flugtag ist riesig.
 
📸 B.Steininger

23.September 2026

Eigentlich hatten wir heute gehofft, dass unsere Waldrappe ihre Flugmotivation, die sie uns bei den beiden letzten Flügen vor Olocau gezeigt hatten, heute wiederfinden würden. Bei einigen Flügen seit der Ankunft in Spanien sind alle unsere 15 verbliebenen Waldrappe beinahe ohne zu kreisen in wunderbarer Formation am Fluggerät mitgeflogen. Die Hoffnung war daher groß, dass sie wieder in dieses positive Muster zurückfallen würden.
So ganz ist das heute leider nicht gelungen. Obwohl sie beim heutigen Flug von Pozo Cañada über eine gute Strecke wieder in wunderbarer Formation mit dem Fluggerät in den Süden gestartet sind, sind letztendlich nur sechs Jungvögel mit Ziehmutter Fabienne am Ziel in Beas de Segura gelandet.
Dass der Rest nach Pozo Cañada zurückgekehrt ist und anschließend mit dem Auto weitertransportiert wurde, war natürlich nicht der gewünschte Verlauf des heutigen Flugtages.
Allerdings haben wir mit der heutigen Etappe Andalusien erreicht! Und damit auch das Gebiet, in dem sich unsere im Wintergebiet ausgewilderten Jungvögel natürlicherweise aufhalten und in dem sie Erkundungsflüge unternehmen.
Damit hoffen wir, dass sie die fehlende Strecke durch diese Explorationsflüge später ausgleichen können. Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass sie uns auf den letzten Flügen ins Wintergebiet noch einmal das zuverlässige Flugverhalten demonstrieren, das sie uns auf dieser Migration schon öfter gezeigt haben.
In jedem Fall ist die Freude im Team nach dieser langen Reise groß, unserem Ziel nun so nahe zu sein und andalusischen Boden unter den Füßen zu haben. 
 
📸 B.Steininger

22.September 2026

 

Leider waren unsere Waldrappen auch heute nicht zu einem längeren Flug nach Pozo Cañada zu motivieren. Nach 71 Kilometern verweigerte auch der letzte Teil der Gruppe den Weiterflug. Nach diesem „Orientierungsflug“ kehrte das Flugteam also wieder zum Flugplatz Olocau zurück.

Da es von diesem Platz zurzeit kein Weiterkommen zu geben scheint, entschlossen wir uns, diese Etappe bis zum nächsten Flugplatz, Pozo Cañada, die Vögel im Auto zu transportieren.

Von hier aus starten wir nun den Endspurt der letzten Etappen zu unserem Ziel, dem Wintergebiet nahe Vejer de la Frontera, und sind guter Dinge, dieses noch Ende September zu erreichen.

Für das Team ist es nicht weniger Arbeit, wenn die Waldrappen das Taxi bevorzugen – im Gegenteil: Diese Migrationstage ziehen sich meist noch länger hin als die Flugtage. Erst nachdem die Zieheltern die Vögel in ihre Boxen gesetzt haben, kann die Voliere abgebaut, zum neuen Campstandort transportiert und wieder aufgebaut werden.

 
📸 B.Steininger

20.September 2026

 

Wir sind zurück in Olocau!

Nach einigen Pausentagen haben wir heute Morgen um 08:00 Uhr unsere nächste Flugetappe gestartet. Leider hatten unsere Waldrappe ihren Ruhemodus wohl noch nicht ganz ausgeschaltet. Nachdem zunächst drei und danach weitere fünf Vögel umgekehrt waren, entschied sich das Flugteam, ebenfalls umzukehren und diese sehr weite Etappe nicht mit weniger als der Hälfte der Gruppe zu fliegen.

Auf dem Rückweg schlossen sich fünf der Vögel wieder der Gruppe an, sodass das Fluggerät mit insgesamt zwölf Vögeln in schöner Formation zum Flugplatz Olocau zurückkehrte. Dort wurde es bereits von den drei verbliebenen Vögeln und der am Boden gebliebenen Ziehmutter erwartet.

Wir checken nun das Wetter für morgen und machen davon abhängig unsere neuen Pläne.

 
📸 B.Steininger
 

18.September 2026

Es ist immer wunderbar, Freund*innen und Partner*innen auf unserem Weg an unserer Seite zu haben. Sie sind zu einem wichtigen Bestandteil des Erfolgs unserer Reise geworden.

Hier in Valencia unterstützt uns der Bioparc Valencia bereits seit unserer ersten Migration nach Spanien im Jahr 2023 bei der Organisation der Futterversorgung und vor allem mit unschätzbar wertvoller Unterstützung vor Ort für unser Team. Die Menschen, die im Rahmen dieser Kooperation in den letzten Jahren zu uns gestoßen sind, zählen wir heute zu unseren Freund*innen, die uns vor Ort gerne besuchen und uns bei Bedarf immer wieder unterstützen.

In diesem Jahr haben wir uns außerdem sehr über die wertvolle Unterstützung von vier Veterinärmedizinstudierenden im Rahmen einer weiteren Zusammenarbeit mit der CEU Cardenal Herrera University gefreut, die über den Bioparc Valencia organisiert wurde. Pauline, Laure, Amanda und Adélie unterstützen uns zeitversetzt bereits seit unseren letzten Etappen in Frankreich. Für unser Team ist diese internationale Verstärkung ein großer Gewinn.

Wir freuen uns sehr, dass einige Mitglieder unseres Teams heute einen unserer wenigen freien Tage nutzen konnten, um den Bioparc zu besuchen und dort eine schöne Zeit zu verbringen.

Wir konnten uns nun die letzten zwei Tage gut erholen. Die Wasserlacken der vergangenen Gewitter sind getrocknet und wir konnten uns selbst und unser Equipment wieder ein wenig sortieren.

Vor uns liegen nun noch fünf Etappen bis zu unserem Ziel in Andalusien. Sobald es das Wetter zulässt, wollen wir unsere Reise fortsetzen und im Idealfall wieder mehrere Flugetappen hintereinander absolvieren.

Das bedeutet erneut eine anstrengende Woche, aber das Ziel ist nun endlich in greifbare Nähe gerückt und gibt uns die Motivation für das letzte Stück, das noch vor uns liegt.

 
 

16.September 2026

Vier Migrationstage hintereinander liegen hinter uns – ein Marathon an zurückgelegten Kilometern, der selbst für uns herausragend ist. Über 500 Kilometer haben wir in den vergangenen vier Tagen zurückgelegt.
Am Sonntag starteten wir auf der französischen Seite der Pyrenäen und sind nun bereits in Olocau, nahe Valencia. Obwohl wir ursprünglich bereits für heute einen Pausentag eingeplant hatten, entschieden wir uns aufgrund der guten Wetterprognose für einen Start vom Flugplatz Roquetes.
Der Flug hierher endete aufgrund des aufkommenden Windes mit einer spontanen Landung nahe der Küste. Das tut dem Erfolg des Flugtages jedoch keinen Abbruch: Die letzten beiden Etappen waren auch hinsichtlich der Flugleistung der Vögel herausragend.
Nach einem etwas chaotischen Start in Richtung Ordis folgten dem Fluggerät die letzten beiden Flugetappen alle 15 Waldrappe treu und vorbildlich. Beinahe ohne zu kreisen, legten sie große Strecken zurück – in perfekter Formation, aufgereiht hinter dem Fluggerät.
 
Die Motivation der Vögel überträgt sich auch auf das Bodenteam: Vier Tage hintereinander bedeutet Camp und Voliere abbauen, Kilometer machen und am neuen Standort wieder aufbauen. Sobald die letzten Handgriffe getan sind, beginnt bereits die Besprechung für die kommende Etappe.
Trotz der Strapazen, die hinter uns liegen, gab es bis heute Abend kaum eine Minute zum Rasten. Aufkommende Unwetter forderten unsere Aufmerksamkeit und die Sicherung des Camps.
Nun ist auch dieser Tag geschafft. Wir finden heute Abend nach dem Gewitter hoffentlich noch ein paar ruhige Minuten, um innezuhalten und uns über das bisher Erreichte zu freuen.
 
📸 E.Bajka

13.September 2026

 
Ein erster Tag des Abschieds ist gekommen.
 
Nach einer nicht sehr erholsamen Nacht, in der uns – und sicher auch den Vögeln – aufgrund einer dröhnend lauten Feier auf dem Nachbargrundstück nicht viel Schlaf vergönnt war, haben wir heute Morgen endlich den Flug über die Pyrenäen angetreten.
Er brachte uns alle nach Spanien und 15 unserer Waldrappe bereits in ihr neues Zuhause nach Katalonien. 
Obwohl der Flug für die Waldrappe eigentlich ein Katzensprung von nicht einmal 40 Kilometern sein sollte, gestaltete er sich schwierig. Nachdem fünf Vögel umgekehrt waren und die restlichen 25 mit dem Fluggerät die Grenze nach Spanien überquert hatten, entschied sich kurz vor dem Ziel noch der Großteil der Gruppe anders und machte kehrt – zurück zum Platz in Frankreich. Das Fluggerät landete schließlich mit den verbliebenen Vögeln in Ordis (Spanien).
 
Für uns alle ist das nicht gerade die logistisch einfachste Art zu reisen. Was aber zählt: Durch das viele Kreisen haben die Jungvögel heute viel Orientierung über der wichtigen Stelle der Pyrenäenüberquerung bekommen. 
 
Nachdem schließlich alle 30 Vögel erneut in Spanien angelangt waren, kam ein wichtiger und für die Zieheltern zugleich wehmütiger Augenblick: 15 unserer Waldrappe haben heute ihr Reiseziel erreicht und wurden in die Obhut der Alive Foundation übergeben. Dort werden sie Teil der Kolonie und schließlich ausgewildert.
Unsere 15 Vögel haben sich sofort nach ihrer Ankunft gut in ihrem neuen Zuhause eingefunden. Bis zur Auswilderung bleiben sie in einer geräumigen und sehr vogelfreundlich gestalteten Auswilderungsvoliere, in der zurzeit bereits eine Gruppe handaufgezogener Vögel des katalanischen Projekts lebt. Die Artgenossen wurden von beiden Seiten sofort in Augenschein genommen und bereits beschnäbelt. 
 
Obwohl es ein Tag des Abschieds ist, stellt dieser Augenblick gleichzeitig das erste große Zwischenziel unserer Reise dar. Die Ziehmütter Estzer und Fabienne überlassen ihre Schützlinge in guten Händen und bei vielen neuen Artgenossen.
Für das Team und die bei uns verbleibenden 15 Vögel soll die Reise bereits morgen weitergehen. Bis wir Andalusien erreichen, liegt noch ein gutes Stück des Weges vor uns. 
 
📸 B.Steininger

11.September 2026

Um dem Wind in Narbonne zu entkommen, haben wir heute unsere Zelte abgebrochen, die Vögel in ihre Transportboxen gesetzt und sind mit dem Auto zu einem kleinen Flugplatz gefahren. Er liegt etwas näher an den Pyrenäen und vor allem außerhalb des stark vom Wind beeinflussten Gebiets. Nach der Ankunft konnten die Waldrappe bereits ihre Flügel strecken und ein paar Runden über dem Flugplatz drehen. 
Hier schlagen wir für eine Nacht unser Camp auf. Morgen steht dann ein kurzer, aber für die Orientierung der Vögel sehr wichtiger Flug über die Pyrenäen nach Ordis an.
Es wird der letzte Flug dieser Migration mit all unseren 30 jungen Waldrappen sein. Denn die Hälfte der Gruppe wird nach unserer Landung in Katalonien bei der Alive Foundation verbleiben und nach einiger Zeit in der dortigen Kolonie ausgewildert werden.
 
📸 B.Steininger

10.September 2026

 
Wind in Narbonne hat uns schon in den Vorjahren wertvolle Migrationstage gekostet. Doch in diesem Jahr ist ein Weiterkommen im Augenblick so gar nicht absehbar. Deshalb versuchen wir nun, den Wind zu umgehen und weiterzukommen, um rasch nach Katalonien und dann endlich weiter nach Andalusien zu fliegen.
Wir haben deshalb entschieden, morgen die Vögel und das Camp aus der windigen Zone heraus ein Stück weiter Richtung Süden zu transportieren, um von dort aus den Flug über die Pyrenäen anzutreten. 
 
Wir werden Narbonne also morgen alle mit dem Auto verlassen und unser Camp eine Stunde südlich von hier auf einem Flugplatz errichten, auf dem wir bereits im vergangenen Jahr für eine Nacht geblieben sind. Von dort aus wollen wir dann am Samstag nach Ordis fliegen.
 
📸 B.Steininger

08.September 2026

Zwei sehr aufregende Tage liegen hinter uns!
 
Am Montag (07.09), starteten wir von Roums nach Saint-Martin-de-Londres. Schon kurz nach dem Start kehrte eine Gruppe von neun Vögeln um, flog aber sofort brav zum Flugplatz zurück.
 
Die restlichen Waldrappe folgten dem Fluggerät mit Ziehmutter Fabienne an Bord über 66 Kilometer hinweg gut. Doch etwa 25 Kilometer vor dem Ziel verloren beim Kreisen in der Thermik fünf weitere Vögel den Anschluss.
Mit 15 Vögeln landete das Flugteam nach knapp zwei Stunden wohlbehalten in Saint-Martin-de-Londres. Die fünf Abenteurer flogen nach ihrer Umkehr jedoch nicht zurück zum Camp, sondern verschlug es sie in die Berge der Ardèche.
 
Das „Birdcar“, das Auto, das den Wegen und Abwegen der Vögel stets folgt, machte sich mit Ziehmutter Eszter an Board sofort auf die Suche und konnte noch am Abend einen der Waldrappe erreichen.
 
Da für die kommenden Tage schlechtes Wetter und damit eine bis zu einwöchige Flugpause angekündigt war, mussten wir den nächsten Tag unbedingt für den Weiterflug nach Narbonne nutzen. Also schmiedeten wir am Abend einen ambitionierten Plan:
Das Waldrapp-such-Team verbrachte die Nacht in der Nähe des Schlafplatzes der Vermissten. Noch im Morgengrauen fanden sie die verbliebenen vier Vögel und machten sich mit ihnen im Auto auf den Weg Richtung Süden. Wenig später startete auch das Flugteam von Saint-Martin-de-Londres aus, mit dem Wissen das gesamte Team wieder am Weg hinter sich zu haben.
Und diesmal schienen auch die Vögel zu spüren, dass dieser Tag zählt: Alle Waldrappe folgten dem Fluggerät über die gesamten 92 Kilometer nach Narbonne, ohne auch nur einmal zu kreisen. Ein grandioser Flug!
Kurz darauf trafen auch die fünf Nachzügler mit ihren Begleiterinnen per Auto ein, dicht gefolgt vom Rest des Bodenteams. Endlich wieder vereint, war die Voliere im Nu aufgebaut und die Erleichterung im gesamten Team groß.
Nun müssen wir zwar, wie vorhergesagt, eine wetterbedingte Flugpause aussitzen.
 
Aber wir haben wieder einen wichtigen Schritt geschafft: 900 Kilometer unseres Weges liegen bereits hinter uns, und der nächste Flug führt uns hinein nach Spanien.
 
📸 B.Steininger

06.September 2026

Da die nächste Etappe nach Roums mit einem einzigen Flug kaum zu bewältigen war, beschlossen wir, flexibel zu bleiben. Uns war bewusst, dass der Wind uns irgendwann zur Landung zwingen würde. Das Ziel für den heutigen Flugtag lautete daher: so weit wie möglich in Richtung Roums fliegen.

Nach einem kurzen, aber guten Flug landeten wir sicher und konnten diese Etappe wie im Vorhinein geplant abschließen.

Nach der Landung setzten die Zieheltern alle 30 Vögel in Transportboxen und brachten sie auf dem Landweg nach Roums, das in der wunderschönen Ardèche-Region liegt. Dort erwarteten uns strahlender Sonnenschein und Temperaturen von rund 36 °C. Der Aufbau der Voliere bei dieser Hitze brachte unser gesamtes Team ordentlich ins Schwitzen.

Zum Glück sorgt der nahegelegene Fluss nach diesem langen Migrationstag für die dringend benötigte Abkühlung.

 
📸   B.Steininger

04.September 2026

 
Gestern starteten wir unsere 4. Etappe vom Flugplatz Lons-le-Saunier mit dem Ziel, den Flugplatz Pérouges zu erreichen. 
Schon beim Start zeigten die Vögel ihre Zugmotivation: Diesmal blieb kein einziger Vogel am Platz zurück. Alle 30 Waldrappe folgten dem Fluggerät zielstrebig und zuverlässig. 
 
Ein großartiger Flug führte das Flugteam in Richtung Pérouges. Auf der Höhe von Pougues-de-Bresse gingen schließlich viele der Vögel bei einem Flugplatz in den Tiefflug. Um die Gruppe nicht zu verlieren, entschied sich das Flugteam, in der Nähe zu landen und einen kurzen Zwischenstopp einzulegen.
Anschließend machte sich der geamte Tross wieder gemeinsam auf den Weg Richtung Pérouges. Die einsetzende Thermik, die unsere Vogelgruppe sehr gerne nutzt, machte den letzten Teil der Strecke allerdings zunehmend herausfordernder. Kurz vor dem Ziel verloren schließlich mehr als die Hälfte der Vögel den Anschluss an das Fluggerät.
Das Fluggerät setzte den Flug mit den verbliebenen Vögeln nach Pérouges fort, kurz nach der Landung trafen dort noch einige Nachzügler ein. 14 Vögel jedoch machten kehrt und flogen größtenteils zurück in Richtung Lons-le-Saunier. Dort wurden sie von einer ebenfalls zurückgekehrten Ziehmutter empfangen.
 
Da sie erst kurz vor Pérouges umkehrten, kann man sagen, dass die gesamte Gruppe diese Flugetappe absolviert hat – manche von ihnen sogar in beide Richtungen. Damit kennen sie die Gegend für den Rückweg jetzt sicher bestens.
 
In der Regel kehren unsere Jungvögel zuverlässig zum letzten Campstandort zurück, wenn sie aus irgendeinem Grund den Anschluss an das Fluggerät verlieren. Manchmal nehmen sie auf dem Weg dorthin allerdings noch den einen oder anderen Umweg – um sich zwischendurch auch noch eine kleine Stärkung zu gönnen.
Dank der GPS-Tracker können wir auch diese kleinen Ausflügler zuverlässig wiederfinden und einsammeln.
Einer der Vögel, die gestern den Rückweg antraten, war sich allerdings offenbar nicht ganz sicher, welchen Campstandort er als letzten verbuchen sollte – Lons-le-Saunier oder den Platz unserer Zwischenlandung. Aus dieser Unentschlossenheit heraus pendelte er zunächst eine Weile durch die Gegend, bevor er sich schließlich einen Schlafplatz suchte. Von dort wurde er heute in aller Frühe von einer seiner Ziehmütter abgeholt.
 
Nach diesem aufregenden und ereignisreichen Tag sind nun alle Waldrappe und Teammitglieder sicher in Pérouges angekommen.
Heute nutzen wir den Tag zur Erholung und hoffen, bereits morgen oder übermorgen unser nächstes Flugabenteuer starten zu können. 
 
📸 P.Wimmer, B.Steininger

02.September 2026

Zumindest bis Lons-le-Saunier haben wir es heute geschafft! 
 
Unerwartet aufkommender Gegenwind hat das Flugteam etwas ausgebremst. Deshalb fiel die Entscheidung, in Lons-le-Saunier zu landen und das Camp hier zu errichten.
Fünf Vögel sind erneut kurz nach dem Start umgekehrt, der Rest der Gruppe folgte wieder zuverlässig und motiviert. Im Gegensatz zum gestrigen Versuch war die Motivation der Waldrappe wie ausgewechselt.
Auch die Gruppe der zurückgekehrten Vögel entspricht nicht vollständig der Gruppe, die nach Hütten-Hotzenwald transportiert wurde. Nach unserer Erfahrung können Waldrappe einzelne Etappen, auf denen sie transportiert wurden, auf ihrer Route gut kompensieren.
 
Wenn es das Wetter zulässt, fliegen wir bereits morgen weiter nach Pérouges.
 
📸 B.Steininger

01. September 2026

 
Nach einer langen Schlechtwetterphase wollten wir heute Morgen einen Flug nach Perouges starten.
 
Wir sind wieder – bzw. immer noch – in Besançon. 
Heute wollten unsere Waldrappe Besançon nicht verlassen. Nach einer kurzen Strecke, auf der sie dem Fluggerät zunächst zuverlässig folgten, drehte der Großteil der Gruppe wieder um.
Ganz neu ist dieses Verhalten für uns nicht. Wer unsere Migrationen mitverfolgt, weiß, dass die Vögel manchmal Flüge verweigern. Wir starten morgen motiviert einen neuen Versuch.
Das Gute: Das Wetter scheint sich nun endlich zu beruhigen, und es zeichnet sich zunehmend stabiles Flugwetter ab – also beste Voraussetzungen für einen weiteren Versuch. 
 
📸 B.Steininger

28. August 2026

In der vergangenen Nacht zogen schwere Unwetter über das Gebiet von Besançon hinweg. Eines davon traf uns mit viel Wucht, während die weiteren Gewitter, die noch bis in die frühen Morgenstunden aufzogen, uns glücklicherweise nur streiften und weitgehend verschonten.
 
Zum Glück konnten wir das Camp rechtzeitig in den Hangar auf dem Flugplatz evakuieren. Die Vögel blieben sicher in der Voliere, die so konstruiert ist, dass sie auch sehr starken Winden standhält. 
Wir sind erleichtert und dankbar, dass alle Vögel und Menschen hier sicher und wohlauf sind.
 
Leider soll der starke Wind mindestens bis morgen anhalten und hindert uns daher vorerst daran, unsere Reise von Besançon aus fortzusetzen. 
 
📸 B.Steininger

27. August 2026

Nachdem sich der Nebel gelichtet hatte, konnten wir gestern Morgen unsere zweite Flugetappe von Hütten-Hotzenwald nach Besançon absolvieren. Ein langer und anspruchsvoller Flug führte das Flugteam nach Frankreich: 4:33 Stunden Flugzeit und 203 km.
 
Die Vogelgruppe flog zuverlässig, zeigte aber zwischendurch immer wieder ihre Vorliebe für thermisches Kreisen und Gleitflüge – eine Herausforderung für Ziehmutter Fabienne im Fluggerät, alle ihre Schützlinge im Blick zu behalten.
Schon kurz nach dem Start in Hütten-Hotzenwald lösten sich sieben Vögel von der Gruppe und kehrten um. Sie trafen nach und nach an unserem bereits abgebauten Campstandort ein.
Dort wurden sie bereits von Ziehmutter Eszter erwartet. Es ist nicht das erste Mal, dass Vögel ohne ersichtlichen Grund umkehren, und wir sind mittlerweile gut auf solche Fälle vorbereitet.
Trotzdem ließ sich einer der Jungvögel reichlich Zeit, zur Gruppe zurückzukehren, sodass der Transport mit den sieben abgängigen Vögel erst kurz vor Mitternacht schließlich in Frankreich eintraf. 
 
Nun sind aber wieder alle vereint und harren guter Dinge in Besançon auf gutes Flugwetter, um die Reise fortzusetzen. 

📸 B. Steininger

23. August 2026

Fast eine Woche haben uns Regen und Wind nun abwechselnd am Boden gehalten. Aber migrations-erfahrene Teammitglieder wissen: Geduld ist hier die wichtigste Tugend.

Und das Warten hat sich gelohnt – wir sind gelandet! Dieses Mal an unserem Etappenziel, dem Flugplatz Hütten-Hotzenwald. Und zwar nach einem sensationell schnellen Flug: mit einer Flugzeit von 1:09 Stunden, einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 61 km/h und einer Spitzengeschwindigkeit von 75 km/h.

Das alles dank des unterstützenden Windes, auf den wir nun fast eine Woche gewartet haben. Alle dreißig Vögel haben ihre erste Migrationsetappe mit Bravour gemeistert.

Bereits morgen wollen wir weiter nach Frankreich. Dabei gilt es, eine wesentlich längere Strecke zu meistern: Nach Besançon sind es morgen ganze 170 km.

Aber nach diesem vielversprechenden Migrationsstart sind wir zuversichtlich, dass auch das für Team und Vögel kein Problem darstellen wird.

📸 B. Steininger

19. August 2026

Nach zwei Tagen, an denen aufgrund der Wetterlage keine Chance auf einen Abflug bestand, bot sich uns heute Morgen ein kleines Zeitfenster. Da auch für die nächsten Tage eine eher unsichere Wetterlage vorhergesagt ist, entschieden wir uns, den Versuch zu wagen und möglichst früh zu starten.

Kurz schien alles perfekt: Wir starteten um 07:00 Uhr. Die Vögel folgten dem Fluggerät sofort, und auch zu Beginn waren die Flugbedingungen gut. Allerdings galt es, einen kleinen Pass zu überqueren, und das Flugteam bekam zunehmend mit Gegenwind zu kämpfen. Nach etwa 10 km, kurz vor dem Pass, wurden wir dadurch auf eine Geschwindigkeit von nur noch etwa 10 km/h über Grund abgebremst. Das war bereits kritisch – und so war es an der Zeit, nach Binningen zurückzukehren.

Auf dem Rückweg hatten wir nun Rückenwind, der uns auf maximal 83 km/h beschleunigte.

Diese Situation kam nicht völlig unerwartet, da bereits Wind vorhergesagt war. Aufgrund der Prognose war es jedoch einen Versuch wert.

Der nächste Start wird voraussichtlich am Samstag erfolgen, da für morgen noch stärkerer Wind vorhergesagt ist und es am Freitag höchstwahrscheinlich regnen wird. Die aktuelle Flugwahrscheinlichkeit liegt daher für morgen, Donnerstag, bei 0 %, für Freitag bei 20 % und für Samstag bei 70 %.

📷B.Steininger 

17. August 2026

Die Vögel sind bereit, das gesamte Team ist versammelt und das Camp steht bereit für den Aufbruch. Und dann kommt ausgerechnet an dem Tag, an dem wir unseren Start geplant hatten, zum ersten Mal seit Wochen Regen.

Gestern haben wir nach einem genauen Blick auf die Wettervorhersage unseren für Montag, den 17. August, geplanten Migrationsstart verschoben. Manche Dinge lassen sich auch mit den besten Vorbereitungen einfach nicht beeinflussen.

Aber unsere Stimmung ist weiterhin bestens und das Migrationsfieber hat gerade erst begonnen! Das Team nutzt die zusätzliche Zeit, um sich gegenseitig kennenzulernen, sich mit den Abläufen vertraut zu machen und letzte Vorbereitungen zu treffen.

Wir beobachten die Wettervorhersage für morgen weiterhin genau und hoffen, dann endlich starten zu können. Nach aktuellem Stand liegen die Chancen für einen Migrationsstart bei etwa 80 %.

📷P.Wimmer

10. August 2026

Wir sind startklar!

Die letzten Trainingsflüge mit unseren 30 Waldrappen haben gezeigt: Die Vögel sind migrationsbereit! Sie fliegen zuverlässig neben ihrer Ziehmutter durch die Luft und haben keinerlei Scheu vor dem Fluggerät. Für unser Team bedeutet das: Es kann losgehen!

Wir planen, am 17. August von Binningen aus aufzubrechen. Die erste Etappe führt uns rund 70 Kilometer nach Hütten Hotzenwald. Damit ist dies zugleich die einzige Etappe in Deutschland. Beim nächsten Flug führt die Route dann bereits weiter nach Frankreich.

Auch in diesem Jahr wird das Flugteam von einem hoch motivierten und für alle Eventualitäten bestens ausgerüsteten Bodenteam begleitet. Wir freuen uns und starten voller Motivation in die letzte Woche vor dem Abflug.

📷 E. Bajka 

3. August 2026

 

Den heutigen Beitrag im Tagebuch haben unsere Praktikantinnen Naira, Madeleine, Bori und Amelie verfasst. Sie machen im Rahmen unseres Projektes ein von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gefördertes vierwöchiges Praktikum.

Seit zwei Wochen sind wir Praktikantinnen Teil des Teams und unterstützen das Projekt. Uns alle verbindet ein gemeinsames Ziel: die Migration der Waldrappe nach Spanien erfolgreich abzuschließen.

Dabei spielen natürlich die Ziehmütter als wichtigste Bindungspersonen der Vögel, der Pilot und Gründer des Projekts als Leiter sowie die Sponsoren als finanzielle Unterstützung eine unverzichtbare Rolle. Damit diese wichtige Arbeit jedoch überhaupt möglich ist, braucht es auch viele helfende Hände.Genau hier kommen wir – Naira Gruber, Madeleine Cashen, Bori Nagy-Pataky und Amelie Titelbach – ins Spiel. Wir vier übernehmen einen Teil der Arbeit, die zwar im Hintergrund stattfindet, aber für den reibungslosen Ablauf unverzichtbar ist.

Zu unseren Aufgaben gehört zunächst die Vorbereitung des Futters für die Tiere. Dazu zählen das Mischen des Fleisches sowie das Putzen und Füttern der Mehlwürmer. Außerdem kümmern wir uns um die Versorgung des Camps: Wir kochen, übernehmen verschiedenste Reinigungsarbeiten und erleichtern den Alltag, sodass sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bestmöglich auf das Projekt konzentrieren können.

Darüber hinaus unterstützen wir auch das Training – sei es am Flugplatz, wo wir den Flugverkehr im Auge behalten, oder im Escort-Car, von dem aus wir während der Verfolgung des Flugzeugs den schnellsten Weg finden. Auch die Digitalisierung der während des gesamten Prozesses gesammelten Daten gehört zu unseren Aufgaben.

Es ist echt brutal, wie viel wir in diesen wenigen Tagen schon gelernt haben. Nicht nur über die Wissenschaft und die Arbeit, die hinter einem wichtigen Naturschutzprojekt stecken, sondern auch über das Leben auf einem Campingplatz.

All das könnten wir jedoch ohne unsere Campleiterin Amelie Muntschick nicht schaffen. Sie sorgt dafür, dass hier alles reibungslos funktioniert, hat immer den Überblick und unterstützt uns, wo sie nur kann. In so kurzer Zeit sind wir bereits zu einer engen Gemeinschaft zusammengewachsen – und genau das macht die Arbeit hier zu etwas ganz Besonderem.

30.Juli 2026

Das Flugtraining  ist inzwischen weit fortgeschritten, mittlerweile werden Distanzen von mehr als 20 Kilometern absolviert. Die Vögel folgen dem Fluggerät zuverlässig und fliegen immer häufiger in dessen unmittelbarer Nähe. Zudem zeigen sie erste Ansätze eines Formationsflugs und nutzen bei geeigneten Bedingungen die Thermik zunehmend effizient.
In den kommenden beiden Tagen sind weitere Trainingsflüge zu verschiedenen Flugplätzen in der Umgebung vorgesehen. Dabei gilt es insbesondere, die Koordination zwischen dem Flugteam und den Vögeln weiter zu verbessern sowie den Tieren zusätzliche Erfahrungen mit unterschiedlichen Flugbedingungen und Flugtechniken zu ermöglichen.

Ein kleiner Wehmutstropfen angesichts der erfreulichen Trainingserfolge war der Beinbruch eines Jungvogels während eines Trainingsflugs. Zum Glück konnte der verletzte Vogel rasch versorgt werden. Der Patient befindet sich derzeit in der Obhut einer Projektmitarbeiterin und soll nach seiner vollständigen Genesung ausgewildert werden. Für das Flugtraining und damit auch für die menschengeführte Migration fällt er jedoch leider aus.

Das Trainingscamp am Flugplatz Binningen kann noch bis einschließlich 2. August während der Besuchszeiten von Freitag bis Sonntag jeweils von 15:00 bis 17:00 Uhr besucht werden.
 

📷  A. Schmalstieg

23.Juli 2026

Auch die Öffentlichkeitsarbeit ist ein wichtiger Bestandteil unseres Projekts und der Handaufzucht. Überall dort, wo wir unser Handaufzuchtscamp errichten, ist es uns ein Anliegen, die Menschen vor Ort in das Projekt einzubeziehen und über die Wiederansiedlung des Waldrapps zu informieren.

Da das öffentliche Interesse in der Region zu unserer großen Freude sehr groß ist, hat sich unsere Campleiterin Amelie Muntschick bereit erklärt, im Rahmen eines Vortrags im Impulshaus Engen über die Handaufzucht 2026 zu berichten. Rund 50 Interessierte waren der Einladung gefolgt. Nach einer anschaulichen Präsentation von Amelie wurden die zahlreichen Fragen des Publikums mit Unterstützung von Anne-Gabriela Schmalstieg und Rudi Beck ausführlich beantwortet.

Wir freuen uns sehr über das große Interesse an unserem Projekt, das sich auch in den hohen Besuchszahlen im Camp widerspiegelt. Das Handaufzuchtscamp kann noch bis einschließlich des kommenden Wochenendes (31.07.–02.08.) während der Besuchszeiten besichtigt werden. Nähere Informationen zu den Besuchszeiten finden Sie am Anfang dieser Seite.

📷  A. Schmalstieg

02.Juli 2026

Seit dem ersten Freiflug ist im Trainingscamp am Flugplatz Binningen/Hilzingen einiges passiert. Mehrmals pro Woche wird mit den Jungvögeln geübt, damit sie sich Schritt für Schritt an das Ultraleichtflugzeug gewöhnen und lernen, ihm sicher zu folgen.

Nachdem die beiden Ziehmütter Eszter und Fabienne ihren Schützlingen das Fluggerät und dessen großen Schirm zunächst am Boden vertraut gemacht hatten, stehen inzwischen die nächsten Trainingsschritte auf dem Programm: Heute absolvierte das Team die erste Außenlandung außerhalb des Flugplatzgeländes. Sowohl die Ziehmütter als auch die jungen Waldrappen meistern die neuen Herausforderungen mit viel Engagement und Motivation.

Alle Übungsschritte  folgen einem für dieses Jahr überarbeiteten Trainingskonzept. Das Ziel ist klar:  Bis zum Start der menschengeführten Migration Mitte August sollen die Jungvögel so weit trainiert sein, dass sie ihrer Ziehmutter im Ultraleichtflugzeug zuverlässig in der Luft Luft folgen.

📷  J.Fritz

15.Juni 2026

Heute stand in Binningen der erste Freiflug der jungen Waldrappe auf dem Programm. Dieser Moment ist jedes Jahr etwas ganz Besonderes: Zum ersten Mal öffnen die Zieheltern die Tore der Voliere, und die Jungvögel wagen ihre ersten Flügelschläge unter freiem Himmel. Dabei erkunden sie nicht nur die Umgebung des Camps, sondern sammeln auch ihre ersten Erfahrungen.

Dieser Tag zeigt, ob sich die intensive Arbeit der Zieheltern Früchte und die Jungvögel gut auf sie geprägt sind. Nur wenn dieses Vertrauensverhältnis besteht, kehren die jungen Waldrappe nach ihren ersten Ausflügen zuverlässig zu ihren menschlichen Zieheltern zurück.

Für die jungen Flugkünstler gibt es an diesem Tag allerdings noch viel zu lernen. Sie müssen sich erstmals im Luftraum orientieren, sichere Landungen meistern und den Weg zurück in die vertraute Umgebung des Camps finden. Deshalb kommt es immer wieder vor, dass einzelne Vögel längere Erkundungsflüge unternehmen oder nicht sofort den Heimweg finden.

So zog die Vogelgruppe diesen Jahres am Vormittag des 15. Juni begeistert ihre ersten Kreise am strahlend blauen Himmel. Das Flugbild der Gruppe  wirkt beim ersten Flug dabei noch etwas ungeordnet und chaotisch – mit zunehmender Flugerfahrung werden die Bewegungen der Gruppe jedoch schon bald deutlich harmonischer und eleganter werden.

Das Wichtigste an diesem Tag war jedoch: Der Großteil der Jungvögel kehrte vorbildlich zu ihren Ziehmüttern Eszter und Fabienne zurück. Drei ihrer Schützlinge entschieden sich zunächst für ein kleines Abenteuer. Zwei von ihnen fanden jedoch bereits am selben Abend wieder ins Camp zurück, und auch der dritte Abgängige kehrte am folgenden Tag unversehrt zurück, wo er bereits sehnsüchtig erwartet wurde.

Nach diesem erfolgreichen ersten Freiflug können nun die nächsten Trainingsschritte beginnen. Schritt für Schritt werden die jungen Waldrappe an das Fluggerät und alle Abläufe des gemeinsamen Fliegens herangeführt und auf ihre große Reise vorbereitet.

📷  J.Fritz

19.Mai 2026

Nach einer nassen und frostigen ersten Woche im Camp zeigt sich inzwischen immer öfter die Sonne über unserem Camp am Flugplatz Binningen. Menschen und Vögel scheinen sich bereits gut eingelebt zu haben: Während das Camp fertig eingerichtet und die Feldküche eingeweiht wird, sind bereits die ersten fünf Vögel flügge geworden.

 

Nacheinander wagten sie ihre ersten Flügelschläge vom Zugang des Aufzuchtswagens hinaus in die Voliere – beobachtet von ihren jüngeren Geschwistern mit sichtbar neugierigen und vielleicht auch etwas neidischen Blicken. Im Laufe der kommenden Woche werden nach und nach alle jungen Waldrappe den Sprung in die Voliere wagen.Damit verlagert sich das Leben der Vögel und ihrer Ziehmütter zunehmend nach draußen: raus aus dem Aufzuchtswagen, hinein in die saftig grüne Wiese und unter einen hoffentlich bald dauerhaft blauen Himmel.

📷  Das Foto zeigt Kobold bei seinem ersten Ausflug in die Voliere. Nicht nur die beiden Ziehmütter, sondern auch Kobold selbst scheint sichtlich stolz auf seine Leistung zu sein.

14.Mai 2026

Mit großer Neugier darauf, ihre Flügel auszuprobieren, sind die jungen Waldrappe nun bereit, das Nest und damit auch den Handaufzuchtcontainer in Rosegg zu verlassen. Wir haben die Zeit in Rosegg sehr genossen und möchten uns beim Tierpark Rosegg herzlich für die Unterstützung und Hilfe in den vergangenen Wochen bedanken.
 
Das Trainingscamp befindet sich immer in der Nähe einer Brutkolonie, denn dorthin werden die Vögel später aus ihrem Überwinterungsgebiet zurückkehren, sobald sie geschlechtsreif sind. In diesem Jahr liegt das Camp am Bodensee, damit die Vögel der HLM 2026 später in die Kolonie Überlingen integriert werden können.
 
Ursprünglich hatten wir geplant, das Camp am Flugplatz Riedlingen einzurichten. Aufgrund räumlicher Schwierigkeiten mussten wir diese Pläne jedoch buchstäblich in letzter Minute absagen. Umso dankbarer sind wir, dass uns der Flugplatz Binningen, wo bereits die Handaufzucht 2023 zu Gast waren, auch heuer wieder aufgenommen hat. 
 
Nachdem ein Teil des Teams gemeinsam mit Helferinnen und Helfern das Camp in kürzester Zeit in Binningen aufgebaut hatte, konnten die Vögel am Donnerstagnachmittag dorthin übersiedelt werden. Nach einer langen Fahrt kamen sie nachts sicher in Binningen an und bezogen ihren brandneuen Handaufzuchtanhänger.
Alle jungen Waldrappe haben die Reise gut überstanden und erkunden bereits neugierig ihr neues Zuhause, besonders den Ausgang in die Voliere. In wenigen Tagen werden sich die ersten Vögel an den Sprung ins Unbekannte wagen und in die Voliere hinausfliegen.
 

📷 B.Steininger

06.Mai 2026

Kaum zu glauben, aber unsere Zeit im Tierpark Rosegg neigt sich schon dem Ende zu.

Der Großteil unserer Kükengruppe bringt inzwischen über ein Kilo auf die Waage. Im Aufzuchtscontainer ist ordentlich Leben: Die Küken laufen eifrig zwischen den Nestern hin und her, und die Größeren testen fleißig ihre inzwischen gut befiederten Flügel. Ein klares Zeichen dafür, dass der Container bald zu klein für unsere Rasselbande wird.

Anfang kommender Woche ziehen wir deshalb in unser Trainingscamp in Süddeutschland um. Dort erwartet die Waldrappe ein brandneuer Aufzuchtswagen mit angeschlossener, geräumiger Voliere. Sobald sie etwa 40 Tage alt sind, können sie dort ihre ersten richtigen Flügelschläge wagen.

Die Ziehmütter und das restliche Team werden bis August im Feldcamp leben und arbeiten. Wir freuen uns sehr auf diesen neuen Abschnitt der Aufzuchtsaison , auch wenn wir unsere Unterstützer*innen hier in Rosegg und die Berge ganz bestimmt vermissen werden.

📷 E. Bajka 

20.April 2026

Unsere Familie ist komplett!

Nach der vierten und letzten Kükenentnahme sitzen nun 32 Waldrappküken in acht Nestern im Aufzuchtscontainer in Rosegg. Die beiden Ziehmütter sind rund um die Uhr damit beschäftigt, die Vogelschar zu füttern, zu versorgen und bei Laune zu halten.

Der Altersunterschied zwischen den jüngsten und ältesten Küken beträgt maximal 14 Tage. Derzeit sind die Entwicklungsunterschiede noch sehr deutlich: Unser ältestes Küken ist mittlerweile 20 Tage alt. Die größeren aus der Gruppe haben bereits damit begonnen, zwischen den Nestern hin und her zu klettern.

Eine wuselnde Waldrapp-Bande, die ihre derzeitige Hauptaufgabe großartig meistert: fressen, wachsen und gedeihen.

📷 E. Bajka 

14.April 2026

Unsere Vogelgruppe wächst und gedeiht! Inzwischen haben die beiden Ziehmütter 22 Schnäbel zu stopfen und einige werden noch dazukommen.

Die Küken für die Handaufzucht übernehmen wir im Alter von drei bis acht Tagen. Gerade in den ersten Wochen nach dem Schlüpfen wachsen die Waldrappe rasant und nehmen kontinuierlich an Gewicht zu. Im Container verbringen die Küken ihre Tage in einem Rhythmus aus Fressen, Schlafen und Kuscheln mit ihren Zieheltern.

📷 E. Bajka 

08.April 2026

Nach viel Planung und eifrigen Vorbereitungen ist es nun endlich so weit: Die Handaufzucht 2026 kann starten!

Für Fabienne und Eszter ist es die erste Saison in der Rolle als Ziehmütter, entsprechend groß ist die Aufregung, als sechs Küken aus der Kolonie im Tierpark Rosegg in ihre Obhut übergeben werden. Anfangs noch unterstützt von Barbara, einer ehemaligen Ziehmutter, lernen sie jedoch schnell, ihre Küken richtig zu umsorgen.

Zum Team der Handaufzucht 2026 gehören außerdem Amelie, die das Campmanagement und gewissermaßen die Versorgung der Ziehmütter übernimmt, sowie Yun, eine chinesische PhD-Studentin, die in dieser Saison Daten sammeln und das Kernteam unterstützen wird.

Ein starkes, motiviertes Team, das voller Motivation und Vorfreude in dieses Abenteuer startet.

📷 M. Sackl